Der Spracherwerb ist eine der komplexesten Fähigkeiten, die sich der Mensch zu Beginn seines Lebens aneignet. Während jedoch viele Erwachsene das Sprachenlernen als mühsam und anstrengend empfinden, ist es für Kinder wahrhaft ein Kinderspiel. Für Babies und Kleinkinder gibt es keine fremden Sprachen. Erst viel später erfahren sie, dass es sich beim erlernten Kinderenglisch um "Fremdsprache" handelt. Babies lernen Klang, Rhythmus und Struktur der Sprache(n) noch bevor sie eigentlich zu sprechen beginnen.
Langjährige Studien amerikanischer Hirnforscher haben ergeben, dass das frühzeitige Erlernen einer weiteren Sprache deshalb so erfolgreich ist, weil bis zum Alter von ca. 7 Jahren beide (oder mehrere) Sprachen, die in diesen jungen Jahren erlernt werden, in derselben Hirnregion gespeichert werden. Später wird für jede erlernte Sprache ein eigenes sog. neuronales Netz gebildet, was ein Hin- und Herschalten (Übersetzen) zwischen den einzelnen Netzen erfordert - also eine zusätzliche Schwierigkeit.Führende Sprachwissenschaftler empfehlen deshalb, mit dem Erlernen einer weiteren Sprache - neben der Muttersprache - so früh wie möglich zu beginnen. Dies hat auch auf die Aussprachefähigkeit einen entscheidenden Einfluss.